Zu Fuss hatten wir also den Dschungel Monteverdes bereits erkundet. Außer einer Bande Nasenbären, ein paar Käfern und einigen beeindruckenden Hundertfüßlern hatte sich die heimische Fauna unseren Blicken allerdings noch gut entziehen können. Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen und so beschlossen wir, dass nächst höhere Stockwerk des Urwalds zu durchforsten…oder besser…zu durchfliegen. Geplant war nämlich die Nutzung sogenannter Ziplines. Drahtseile, welche von Baum zu Baum verlaufen und anhand von gelagerter Rolle und Klettergurt zur rasanten Fortbewegung genutzt werden können. Ein echter Spaß, zumal einige der Seile Längen bis zu einem ganzen Kilometer erreichen. Nach diesem Abenteuer wartete noch etwas unerwartet schönes auf uns. Ein kleiner Bereich, in dem Futterspender für Kolibris aufgebaut waren. Die anfängliche Skepsis, dass sich bestimmt nicht viele der kleinen Akrobaten sehen lassen würden, wich schnell dem Geräusch dutzender surrender Flügel! Mindestens 30 kleine Flieger teilten sich die Futterplätze und setzten sich zum trinken, einige Geduld vorausgesetzt, sogar auf den ausgestreckten Finger. Genial!!


Kolibris im Anflug 
Gürteltier zu Besuch im Hostel
Nach diesem Erlebnis war es langsam an der Zeit, Monteverde hinter sich zu lassen. Nächstes Ziel war La Fortuna, eine Stadt am Fuss des aktiven Vulkans Arenal. Das Internet verriet, dass eine zehnstündige Busfahrt ins gewünschte, und eigentlich laut Karte gar nicht weit entfernte, Gebiet führen würde. Die Abneigung gegen derartig lange Busfahrten ließ uns nach einer Alternative suchen und wir wurden tatsächlich auch fündig. Jeep – Boat – Jeep hieß die Antwort. Was erstmal nach Abenteuer und Action klingt, entpuppte sich aber schnell als perfekt durchstrukturierter Trip über ziemlich unwegsame Staßen und einen See. Organisieren können die Costaricaner! Bereits 4h später standen wir am Fuß eines (leider) wolkenumhangenen Vulkans.

Arenalsee mit Vulkan im Hintergrund 
El Arenal und Vulkan
Als Unterkunft hatten wir uns das sog. „Sloth House“ auserchoren. Ein sehr einfaches, aber gar nicht so einfach zu findendes Hostel etwas außerhalb der Stadt, dessen Name übersetzt „Faultier Haus“ bedeutet. Beim erkunden des paradisischen Gartens stießen wir dann neben mehreren ziemlich beeindruckenden Leguanen auch auf unser erstes Faultier…..wenn auch nur aus sehr großer Entfernung.
Abends sowie am folgenden Tag wurde uns dann erstmals in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, woher der Regenwald seinen Namen hat. Die ganze Nacht und den Großteil des Tages bekam die üppige Landschaft die Grundlage ihrer Existenz und wir einen Grund, unerfreuliche Aufgaben wie z.B. lernen fürs Studium zu erledigen! Als es Nachmittags dann doch noch etwas freundlicher zu werden schien, ergriffen wir die Gelegenheit und starteten mit einem Guide in die Regenwaldgebiete rund um den Vulkan sowie später noch zu einer der vielen heißen Quellen. Alles in allem ein sehr schöner und mit viel Sympathie und Humor geführter Trip.
La Fortuna selbst ist leider nicht wie erhofft ein kleiner netter Ort im Dschungel, sondern eine boomende Tourismushochburg, die im Bezug auf das Stadtbild nichts zu bieten hat. Daher haben wir sie auch bereits weit hinter uns gelassen und entspannen aktuell in Tamarindo. Leider auch sehr touristisch, aber wunderschön am Meer gelegen und Ausgangspunkt für viele Trips ins Umland. Mal schauen was uns die nächsten Tage so erwartet…….


