Karibisch ins neue Jahr

Nun sind wir also in Puerto Viejo angekommen. Bunte Hütten, Reggae, Pura Vida….aber leider auch ziemlich viel Dreck. So lässt sich das kleine Dorf am unteren Ende der Karibikküste Costa Ricas in wenigen Worten zusammenfassen. Wir genießen die vielen netten Stände am Straßenrand, die von erfrischenden Cocosnüssen bis zur Halskette alles feilbieten und entdecken schnell auch unser persönliches Lieblingsrestaurant, welches nicht nur zum essen sondern auch für die ein oder andere Runde Billard genutzt wird!!

Da es uns beide aber schnell wieder weg von den Menschen und hin zur Tierwelt zieht, leihen wir uns zwei Fahrräder und starten in Richtung des Jaguar Rescue Centers. Dort werden laut Website verwaiste oder verletzte Tiere versorgt, um sie danach wieder auszuwildern.

Leider entpuppt sich das ganze als ziemlich kommerzorientiert und weniger tierfreundlich als erhofft…immerhin ist der eigentliche Sinn der Einrichtung noch nicht ganz verschwunden und wir bekommen zudem das erste Mal Faultiere…nein besser…Faultierbabys zu sehen.

Tortuguero, unser nächster und leider auch letzter Stop des Trips lässt sich von Puerto Viejo aus auf verschiedenen Wegen erreichen. Entweder wieder durch das wenig lockende San Jose, oder per Shuttle und Boot entlang der Küste. Kosten ausnahmeweise mal hinten anstellend entscheinden wir uns für letzteres.

Wir sollten es nicht bereuen, denn nach einer kurzen Fahrt im Taxi gehts ab auf ein kleines Boot und vier Stunden lang quer durch den paradisischen Regenwald. Vorbei an bunten Vögeln, Krokodilen, Faultieren, Leguanen und Schildkröten, welche jedes Stück Treibholz für ein wärmendes Sonnenbad nutzen. Eines der absoluten Highlights bis jetzt!!

Da Tortuguero eine Insel zwischen Fluss und Meer, und sich zudem ganz im Nordwesten des Landes abseits der meisten anderen Touristenattraktionen befindet, ist der Ort zu unserer Freude noch verhältnismäßig wenig besucht.

Neben einem Nationalpark befindet sich hier auch einer der wichtigsten Strände für die Eiablage der riesigen, bis zu 2,5m langen Lederschildkröten.

Wir sind zwar nicht zu deren Hauptsaison vor Ort, jedoch zeugen riesige Löcher entlang des endlos erscheinenden Strandes sowie die ein oder andere leere Eischale von diesen beeundruckenden Tieren

Unsere „Lodge“ liegt nicht im eigentlichen Ort, sondern auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses umgeben von riesigen Bäumen und dichtem Dschungel. Brüllaffen ab morgens um 4, Schlangen und Spinnen inklusive! Für jeden Besuch im Ort nutzen wir ein Taxiboot und genießen sonst die Abgeschiedenheit. Einziges Manko ist das unhöfliche Personal, welches aber bald durch einige weitere Gäste, sehr nette Engländer, ausgeglichen wird.

Da, vermutlich durch den weniger stark ausgeprägten Tourismus, Touren hier deutlich billger zu buchen sind, gönnen wir uns neben einer Kanutour durch die angrenzenden Kanäle auch noch eine nächtliche Wanderung, um auch jene Fauna zu entdecken, welche sich tagsüber versteckt hält.

Beide Touren fallen aber leider weniger beeindruckend als erwartet aus, was zugegebenermaßen auch dem geschuldet ist, dass wir in den vergangenen Wochen bereits so viel erkunden durften. Somit sind die einzigen bisher ungesehenen Tiere einige unerschrockene Fledermäuse, welche sich auch im Licht der Lampen nicht von ihrem vegetarischen Mitternachtssnack ( Mandeln ) abhalten lassen.

Nach einem erschreckend ereignislosen Silvesterabend ging es heute wieder zurück nach San Jose…aber nicht wie der gemeine Pöbel per Bus, sondern über den Wolken mit winziger Propellermaschine. Nochmal ein echtes Erlebnis!


Hinterlasse einen Kommentar